Hexentreppe


Über den Fluss Aa verbindet die Radewiger Brücke die Stadtteile Radewig und Altstadt. Hier befand sich seit dem 13. Jh. die Radewiger Mühle und der sogenannte Hexenkolk, wo bis in das 17. Jahrhundert die „Wasserprobe“ an vermeintlichen Hexen vorgenommen wurde.

Geschichte

Der Hexenkolk an der Radewiger Mühle. Beim Umbau des Wehres 1933 wurde ein großer Teil des Kolkes zugeschüttet.
Die Hexenverfolgung fand ihren Höhepunkt nicht im Mittelalter, sondern in der Renaissance. Sie wütete besonders während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) in Mitteleuropa. Der Krieg und die so genannte kleine Eiszeit hatten die Felder verwüstet, die Häuser zerstört, die Bevölkerung dezimiert; Hunger und Seuchen forderten ihre Todesopfer. Gerade in dieser kriegerischen Zeit verdächtigten viele Leute angebliche “Hexen” und lieferten sie an die Gerichte aus.
Im Hexenkolk der Radewiger Mühle wurden der Hexerei Angeklagte der Wasserprobe unterzogen. Niemand weiß, in welchem Zeitraum wie viele Frauen und Männer hier dieser grausamen Prozedur unterzogen wurden. In der Fachliteratur findet vor allem ein Fall Beachtung. Im Spätsommer des Jahres 1627 wurden an einem Tag dreißig Frauen der Wasserprobe unterzogen, anschließend verurteilt und eine Woche später im Lübberbruch verbrannt.

Location

Hexentreppe Radewiger Brücke / Aa

Bäckerstraße - Radewiger Str.

32052 Herford - Innenstadt

Information

2014 wurde an der Aa zwischen dem Radewiger Wehr und der Radewiger Brücke, wo sich der ehemalige Hexenkolk befand, das von der Künstlerin Susanne Albrecht geschaffene Kunstwerk mit dem Namen Hexentreppe installiert. Das Werk soll an die Wasserprobe der sogenannten Hexen erinnern, die im 16. und 17. Jahrhundert in Herford verfolgt und getötet wurden.


Impressionen